Die Heilige Familie

Ein Lieblingsbild aus der Sammlung auf dem Weg in das Jahr

Heilige Familie Ausschnitt
Heute, auf dem Weg in ein neues Jahr, von dem wir uns alle so viel erhoffen, ein Lieblingsbild aus der Gemäldesammlung: "Die Heilige Familie", gemalt von Ferdinand Wagner 1856 in Öl auf Leinwand.
Das Gemälde entstand als Seitenaltarbild für die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt in Laufen an der Salzach nach deren „Regotisierung“ und Neuausstattung. Es ist eine Leihgabe der Katholischen Kollegiatstiftung Laufen.
 
Dankenswerterweise gab der Schwabmünchner Stadtrat seine Zustimmung zu einer Restaurierung des schlecht erhaltenen Gemäldes, obwohl es nicht Eigentum der Stadt Schwabmünchen ist, und so konnte es 2019 von der erfahrenen Augsburger Restauratorin Charlotte Deininger gereinigt und konserviert werden. Nach vielen Jahren im Depot wurde es danach mit Freuden in die neu eingerichtete Ferdinand-Wagner-Galerie aufgenommen. Ein lang gehegter Herzenswunsch, denn hier wird die besondere künstlerische Sensibilität und auch Qualität des Malers so deutlich wie sonst fast nur in seinen Portraits.
 
Wir haben es bei der „Heiligen Familie“ mit einer Variante des Bildtypus des „Heiligen Wandels“ zu tun, einem Motiv aus der apokryphen Schriften über die Kindheit Jesu, der die heilige Familie als Gehende darstellt. Normalerweise zeigen Bilder dieses Typus, wie Jesus von seinen Eltern an der Hand gehalten wird. Hier ist es nur Josef, der seine Linke auf der Schulter des vorwärts drängenden Kindes ruhen lässt. Dass Jesus nicht ganz einverstanden ist damit, zurückgehalten zu werden, zeigt der Blickaustausch der beiden. 
Das Gemälde zeigt eine für die Spätnazarener Schule und auch für Ferdinand Wagners sakrale Malerei eine eher ungewöhnliche Dynamik. Auch die portraithafte, individuelle Ausarbeitung der Gesichtszüge der Beteiligten sticht unter den meist eher schablonenartigen Figurendarstellungen der sakralen Malerei der Spätnazarener hervor.
 
Grossansicht in neuem Fenster: Ferdinand Wagner Die Heilige Familie

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